Pädagogisches Modell

Mit dem Wandel in Gesellschaft und Technologie ändert sich auch das Lernen in den Bildungseinrichtungen. Hier kommt es immer weniger nur auf Lehrinhalte, vielmehr auf den aktiven Prozess des Lernens selber an. So ist das selbstständige Lernen, unterstützt durch eine entsprechend digital angereicherte Lernumgebung von großer Bedeutung.

Fach-, Methoden und Sozialkompetenzen werden nicht mehr getrennt voneinander gesehen. Sie bilden bei der der individuellen Entwicklung der Lernenden eine Einheit. 

Dies geschieht in einer Lernkultur, die Formen des selbstorganisierten und selbstgesteuerten Lernens favorisiert. Dabei rückt der Lernweg neben das Ziel, d.h. Lernen orientiert sich zunehmend an einem lebendigen Lernprozess, bei dem sich dem sich der Lernende weiterentwickelt.

Die ALS-Lernmedien sind in der Weise gestaltet, dass eine Lerngruppe gekoppelt an Diskussionsprozesse semantisch annotierte Medien selber gestaltet. Beim kreativ-kooperativen Lernen kommt es zu einer Verschränkung unterschiedlicher sich ergänzender subjektiver Sicht- und Handlungsweisen – gekoppelt an real physische Erlebnisse aus den Lebenswirklichkeiten der Lernenden.

Die Entwicklung der methodischen und sozialen Fähigkeiten der Lernenden geht hier einher mit der professionellen Befähigung der Pädagogen*innen der Kreativität und Selbstorganisation der Lernenden Raum zu gewähren, situationsangemessen pädagogisch zu handeln.

 

 

Das Forschungsvorhaben ALS widmet sich der zentralen Frage, wie digital unterstützte Lernumgebungen für Kinder und Jugendliche gestaltet werden, um nachhaltiges Lernen zu bestärken.

Hierzu wurden auf Grundlage von mediendidaktischen Methoden prototypische Systeme entworfen und im Feld, insbesondere an Schulen und Museen, erprobt.

Der Fokus bei der Entwicklung lag hierbei in dem Anspruch durch miteinander verschränkte prototypische Lernapplikationen die Bewältigung komplexer werdender Lebenszusammenhänge des Lernenden zu unterstützen und den gegenwärtigen technischen und sozialen Ansprüchen der Didaktik gerecht zu werden.

Aus diesem Grund orientierte sich die Entwicklung der Lernapplikationen im Rahmen des Forschungsprojekts an sieben Schlüsselelementen aus der aktuellen pädagogischen Forschung, die für die Entwicklung ambienter Lernumgebungen als besonders bedeutsam identifiziert wurden:

  • der Lernprozess sollte im Vordergrund stehen;
  • es sollte selbstgesteuertes Lernen befördert werden, die Lernenden sollten selbst „Fragen an die Welt“ stellen;
  • es sollte gemeinsames Lernen befördert werden – das gemeinsame Arbeiten in Kleingruppen bis hin zur globalen Kooperation;
  • es sollte in Auseinandersetzung mit der realen, alltäglichen Umwelt gelernt werden – das Sammeln von Erfahrungen außerhalb des Schulgebäudes („andere Lernorte“) sollte stark einbezogen werden;
  • während des Lernens sollten die Lernenden ein weites Spektrum ihrer Sinne einbeziehen;
  • durch die Verwendung interaktiver multimedialer Systeme sollte die Möglichkeit eröffnet werden mit einer Vielzahl von multikodalen Lernobjekten zu lernen;
  • von den Lernenden erzeugte oder annotierte multimediale Objekte sollten in einem semantisch modellierten Informationsmodell fächerverbindend auch in anderen fachlichen Zusammenhängen zur unmittelbaren Verfügung stehen.
  •  

    Auf dieser Basis entwickeln wir gemeinsam mit Koopertionspartnern u.a. an Schulen in partizipativen Designprozessen die sogenannten ALS-Lernapplikationen, die mittels des cloudbasierten Frameworks Network Environment for Multimedia Objects (NEMO) miteinander verschränkt sind.